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14.–16. August 2009
Dritter Landart Workshop in Thüngersheim:
Geheimnisvolle Naturkunstwerke an der Etzburg
 

Vor langer Zeit thronte über den Weinbergen von Thüngersheim die Etzburg. Obwohl von der Burgruine fast nichts mehr übrig ist, bot sie am Wochenende einen inspirierenden Ort für die zwölf Teilnehmer des Landart Workshops mit Werner Henkel aus Bremen.
Der alte Baum breitet seine Flügel aus. So scheint es jedenfalls, wenn man von der Etzburg ins Maintal blickt und dabei die »Schwingen« entdeckt, die Silke Speth in seine Äste geflochten hat. Geheimnisvolle, poetische Kunstwerke überwogen beim diesjährigen Workshop, der vom Förderverein Kunst und Landschaft e.V. veranstaltet wurde.

»Hier war mal eine Burg. Mauerfragmente sind nun wieder da, als hätten die Bäume sie aus dem Boden gesaugt«, beschreibt der Künstler Andreas Rapp seine Arbeit. Trotz der Sommerhitze schleppte er große Mengen von Feldsteinen den Hang hinauf, um sie zwischen Baumstämmen aufzustapeln. Da das Moos immer auf die selbe Seite hin ausgerichtet ist erwecken sie den Eindruck, als stünden sie schon sehr lange hier. Für einen zufälligen Spaziergänger mag das Gelände um die Etzburg sich in einen Zauberwald verwandelt haben. An einem alten Kirschbaum hängen verführerische Päckchen wie versteinerte Geschenke. Eine gedeckte Tafel vor einer Zugbrücke aus Ästen erinnert an fürstliches Burgleben. Wer sich weit hinunter in den Wald verirrt, begegnet vielleicht einer steinernen Spirale oder drei Bäumen, aus deren alten Wunden blutrote Beeren quellen. Und welche Geschichte verbirgt sich hinter der gelben Rose im Buchenstamm?

Dozent Werner Henkel von NaturArte aus Bremen lässt den Kursteilnehmern viel Raum zum spinnen und zaubern. »Er kam oft vorbei, und ermutigte uns, den Blick auf das Wesentliche zu richten, uns nicht zu verzetteln« berichtet Birgit Grundies aus München. Sie ist wie viele Teilnehmer bereits zum zweiten Mal dabei, schätzt die freundschaftliche Atmosphäre in der Gruppe und die familiäre Betreuung durch den Förderverein. Auch die rund 50 Besucher aus Würzburg und Umgebung genossen am Sonntag den Rundgang durch den Wald. Werner Henkel forderte die Gäste auf, sich die entstandenen Arbeiten noch einmal in Ruhe anzusehen. Manche entfalten im stillen Morgen- oder Abendlicht eine ganz besondere Qualität.

Wer die Arbeiten suchen möchte, kann das Gelände vom Parkplatz an der Höhfeldplatte (noch einige Tage beschildert ab Günterslebener Straße) zu Fuß erreichen. Hier finden Sie eine detailierte Wegbeschreibung.
Der Förderverein Kunst und Landschaft lädt mit dieser Veranstaltung dazu ein, sich in die Natur zu begeben und durch künstlerische Arbeiten unseren Blick für die kleinen und großen Schönheiten der Landschaft zu schärfen.

Mehr Bilder des Workshops gibt es in einer separaten Fotogalerie.

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